Samstag, 24. März 2012

Eine Puppengeschichte

In meiner Kindheit verbrachte ich die Sommerferien immer bei meinen Großeltern.
Es wird Anfang der fünfziger Jahre gewesen sein, da zogen aus dem Haus, in dem meine Großeltern wohnten zwei alte Damen aus. Für ein Kind sind ja alle Menschen alt und wenn ich heute zurückrechne sind die Damen bestimmt Mitte 70 oder älter gewesen.
Beim Rausräumen des Mobilars stand dann ein wunderbares Puppenhaus auf dem Hof. Heute würde man sagen Vintage-Styl. Ich war fasziniert und die Damen fragten mich ob ich das Puppenhaus möchte.
Ich bekam es und es wurde nach hause transportiert. Wie, weiß ich gar nicht mehr, denn damals fuhren wir ja noch mit dem Bus.
Das Puppenhaus war im Stil der 70er/8oer Jahre des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Die Puppen dazu, ca. 12-13 cm groß in der entsprechenden Kleidung, es war ein Traum.
Der Ärger sitzt heute noch in mir, als das Puppenhaus als unmodern von meiner Mutter eingestuft, dann bei einem Umzug weg war.
Retten konnte ich ein winziges goldenes Kaffeegeschirr, das hat jetzt meine Tochter und ein winziges Püppchen. Es war das Püppchen der Puppenkinder.
Es ist aus Porzellan und die Beinchen und Ärmchen sind beweglich.
Das kleine Kästchen ist mit Kreuzstichen bestickt.
Ich glaube ein Kind der heutigen Zeit hätte sich durchgesetzt und protestiert gegen die Entscheidung meiner Mutter. Ich glaube irgendjemand hat es bekommen.
Nun habe ich nur noch die Erinnerung und das kleine Püppchen.

 Liebe Grüße

Brigitte

Kommentare:

  1. Brigitte ich hätte geheult und wie..
    schade das Du es nicht behalten durftest,,hoffen wir mal es ist wirklich in GUTE Hände gekommen.
    einen LG zum Abend vom katerchen

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  2. Ich kann es dir sehr gut nachempfinden, liebe Brigitte. Bei mir waren es die Tagebücher meiner Kindheit. Sie wurden einfach verbrannt.
    Liebe Grüße

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  3. Huhu Brigitte :)
    Eine anrührende Geschichte. Ich hätte auch geheult.

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Kann ich mir nicht vorstellen, aber in dem Haus generell schon. Leider konnte ich nicht herausfinden, was sich hinter dem Schaufenster verbirgt (Kita, Einzelhändler...).
    (⁀‵⁀,) ✿
    .`⋎´✿✿¸.•°
    ✿¸.LG Wieczorama =^.^=, die dir einen schönes Rest-Wochenende wünscht.| Mein Fotoblog

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  4. ♥ eigentlich eine schöne und dennoch eine traurige Geschichte... schön aber finde ich, dass du noch das Püppchen hast und das Geschirr... so hast du wenigstens eine winzige kleine Erinnerung daran. Hoffen wir, das alte hat wirklich jemand bekommen... und nicht die Müllabfuhr...
    ♥♥♥

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  5. Ich glaube ich hätte getobt....
    traurig, dass solche Schätze nicht selten wegrationalisiert wurden!!
    Dein Püppchenbild ist jedoch ganz schnusig!!
    Wünsche dir einen wunderbaren Sonn-Tag
    ♥lich Brigitte

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  6. Deine Enttäuschung über den Verlust des Puppenhauses kann ich gut verstehen, Brigitte. So etwas ist ärgerlich, besonders wenn das Herz daran hing. Wenigstens hast du noch ein kl. Andenken daran retten können.

    LG Christa

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  7. Das ist aber wirklich unglaublich schade!
    Was Mütter manchmal so anrichten können! Besonders mein Ältester hätte sich da ordentlich durchgesetzt, wenn auch bei anderen Gegenständen ;-)
    Das Puppenhaus war bestimmt etwas ganz Besonderes, den Überbleibseln nach zu urteilen.

    Liebe Grüße nochmal
    Sara

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